Die Festschrift zum 100-jährigen Vereinsjubiläum wurde in mehr als einem Jahr in mühevoller Kleinarbeit erstellt. Viele Vereins-Mitglieder und Freunde waren an der Entstehung, angefangen von der Form-Findung über die Suche nach Sponsoren und die Berichts-Schreibung bis zum Satz und Druck daran beteiligt.
An dieser Stelle sei allen beteiligten hier nochmals herzlich gedankt.
Am Dienstag, 11. Juni 1901, versammeln sich in Vaihingen auf den Fildern zehn junge Männer, überwiegend angehende Geschäftsleute, im Gasthaus Gambrinus und gründen den "Radfahrerverein Vorwärts". Es sind dies Eduard Alber, Martin Balderer, Wilhelm Fremd, Adolf Hohl, Karl Lehmann, Hans Neu, Karl Scharr, Karl Schehle, Karl Schultheiß und Gottlob Stolz. Zum ersten Vorstand wird Martin Balderer gewählt.
Schon wenige Wochen nach seiner Gründung veranstaltet der noch junge Verein ein Distanzrennen auf der nicht ausgebauten Straße von Vaihingen nach Böblingen und zurück, das der erste Vorsitzende Martin Balderer als strahlender Sieger beendet.
Im Rahmen einer festlichen Bannerweihe mit Straßenrennen und Preis-Blumenkorso wird die noch heute vorhandene wertvolle Standarte am 25. Juli eingeweiht. In seiner Festansprache weist der Vorstand Martin Balderer auf die zu überwindenden Schwierigkeiten, aber auch auf die blühende Entwicklung des Vereins in den zurückliegen den Jahren hin. In den Presseberichten der folgenden Tage spiegelt sich allerdings auch die in damaliger Zeit noch in allen Bevölkerungsschichten vorhandene Rivalität zwischen Möhringen und Vaihingen wider.
Robert Mezger, ein in verschiedenen sportlichen Disziplinen erfolgreicher Mann, war wohl der erste Rennfahrer, der durch herausragende Leistungen nicht nur sich, sondern auch den Vaihinger Radfahrerverein weithin bekannt gemacht hat. Der Gewinn der Süddeutschen Straßenmeisterschaft war der erste Titelerfolg, dem in späteren Jahren noch weitere Siege bei nationalen Meisterschaften folgen sollten.
Mit der Anschaffung der ersten vereinseigenen Saalmaschinen erhält auch der Saalradsport insbesondere der Radball und das Kunstradfahren in Vaihingen einen beträchtlichen Auftrieb.
Der Verein ist inzwischen durch herausragende Leistungen in den von ihm betriebenen Sportarten in die württembergische Spitzenklasse aufgerückt. Er konnte sich auch über die Landesgrenzen hinaus einen klangvollen Namen verschaffen.
Bis 1914 hatte der Verein bereits dreimal den Titel eines Bezirksmeisters und zweimal den eines Württembergischen Gaumeisters im Korsofahren nach Vaihingen geholt.
Der Erste Weltkrieg bricht aus. Nahezu alle aktiven Sportler des Vereins werden zum Waffendienst eingezogen. Der Sportbetrieb ist damit vorläufig erloschen. Zehn Sportkameraden sind in diesem Krieg gefallen. Die weitere Existenz des Vereins ist durch die schmerzlichen Verluste ernsthaft in Frage gestellt.
Der Trainingsbetrieb wird mit zum Teil neuen Kräften wieder aufgenommen. Die Begeisterung der Vaihinger Bürger für den Radsport lässt den Verein rasch wachsen.
Zahlreiche sportliche Erfolge bescheren auch dem "Vorwärts" goldene Zwanziger Jahre und lassen die Radler wieder in die Spitze der württembergischen Radsportszene aufsteigen.
Mit einem farbenfrohen Festumzug in den Hauptstraßen Vaihingens feiert der Verein unter Beteiligung zahlreicher Gruppen aus dem Ort und den Nachbargemeinden sein 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass richtet er auch die Bezirksmeisterschaften aus. Mehrere Bezirksmeistertitel dokumentieren die sportlichen Erfolge des Vereins in dieser Zeit, insbesondere im Straßenrennsport, Radball und Kunstradfahren.
Der Verein wird Gaumeister im Vierer-Mannschaftsfahren.
Mit dem Titel eines Bezirksmeisters und Württembergischen Landesmeisters machen die Korsofahrer auf sich aufmerksam.
Als Deutscher Vizemeister im Wanderfahren geht der "Vorwärts" in die Annalen ein.
Die Vaihinger Radsportler werden Württembergischer Meister im Wanderfahren und Sechser-Kunstfahren.
Richard Muff kann die Württembergischen Querfeldein-Meisterschaften jeweils für sich entscheiden.
Am 12. Mai 1937 wird auch der "Radfahrerverein Vorwärts" wie nahezu alle Vereine in Deutschland vom Machtstreben des Hitler-Regimes erfasst. Die NSDAP und der Reichsbund für Leibesübungen erzwingen den Zusammenschluss der Vaihinger Turn- und Sportvereine zum Einheitsverein "Sportvereinigung Vaihingen". Gegen die Parole: "Ein großes Ziel kann nur durch Zusammenarbeiten und Zusammenmarschieren erreicht werden", kommen auch die Widerständler im Verein nicht an. Mit der Zwangsvereinigung ist ein drastischer Abfall der Aktivitäten und damit auch der sportlichen Erfolge verbunden.
Nach Ausbruch des verheerenden Zweiten Weltkrieges werden wiederum nahezu alle aktiven Radsportler zum Wehrdienst einberufen. Ein geregelter Sportbetrieb ist nicht mehr möglich.
Der Krieg ist verloren, das Deutsche Reich zusammengebrochen. Die "Sportvereinigung Vaihingen" wird von der Militärregierung aufgelöst und die noch existierenden Abteilungen im neu gegründeten "Sportverein Vaihingen" zusammengefasst.
Aus dem Krieg zurückgekehrte frühere Radsportler schließen sich zunächst dem Sportverein Vaihingen an und erwecken die Radabteilung zu neuem Leben.
Nach den ersten sportlichen Erfolgen in der Nachkriegszeit erinnert man sich immer lebhafter an die Tradition des "Vorwärts". Schließlich scheiden die Radsportler wie auch andere Gruppierungen aus dem Sportverein Vaihingen aus und werden unter dem neuen politisch neutralen Namen "Radsportverein Stuttgart-Vaihingen" wieder eigenständig. Erster Vorstand wird Robert Hertneck. Der Verein zählt zu dieser Zeit 42 Mitglieder. Vereinslokal ist in den 50er Jahren das Gasthaus Löwen.
Die erste Radballmannschaft wird Bezirksmeister und knüpft damit an die Erfolge der Vorkriegszeit an. Die Mitgliederzahlen steigen rasch an und auch sportlich geht es wieder rasant aufwärts.
Mit Bernhard Seher stellt der Radsportverein Vaihingen den Württembergischen Jugendmeister im Straßen- und Bahnfahren. Im Zweier-Radball holen sich Kurt Hepperle und Kurt Maile den begehrten Titel eines Württembergischen Jugendmeisters.
Das Rad-Kriterium "Rund um den Feuersee" begründet eine Rennserie, die bis in die 60er Jahre alljährlich international renommierte Rennfahrer und mehrere tausend Zuschauer auf und an den Rundkurs lockt. Vaihingen wie auch sein Radsportverein schreiben mit diesen Veranstaltungen einen beachtlichen Teil der württembergischen Radsportgeschichte.
Zum neuen Ersten Vorstand wird Robert Häberle gewählt.
Der Verein ist rasch gewachsen und zählt bereits rund 80 Mitglieder. Vom 30. Juni bis 2. Juli feiert er sein 50-jähriges Vereinsbestehen in einem Festzelt auf dem Leicht'schen Platz an der Robert-Koch-Straße. Teil des Festprogramms ist die Württembergische Straßenmeisterschaft mit Start und Ziel in der Krehlstraße, die der Verein für den Württembergischen Radsportverband ausrichtet. Ein bunter Festzug mit Blumen-Korso und befreundeten Vereinen aus Vaihingen und Umgebung bewegt sich lautstark durch das Ortszentrum. Auf dem Festplatz erwartet die zahlreichen Besucher aus nah und fern ein unterhaltsames Programm. Radsportliche Darbietungen wie Einer- und Zweier-Kunstfahren, Damen-Kunstfahren, Sechser-Kunstreigen und Radball-Spiele begeistern ebenso wie die Auftritte des Musikvereins sowie des Vaihinger Männergesangvereins.
Manfred Häberle/Dieter Lutz belegen den zweiten Platz bei den Württembergischen Meisterschaften im Kunstradfahren der Schüler.
Beharrlich arbeiten Verantwortliche und Mitglieder unter den damaligen Vorständen Robert Häberle, später Richard Muff und Robert Hohnloser am weiteren Aufbau des Vereins. Gerhard Dieterle übernimmt die Technische Leitung. Die planmäßig betriebene Breitenarbeit zeigt auch bald Früchte. Der Kreis der Spitzenfahrer vergrößert sich zusehends. Ab der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts sind die Vaihinger Radfahrer immer häufiger im oberen Teil der Ergebnislisten zu finden.
Der RSV Vaihingen veranstaltet mehrere Radball-Spieltage, richtet die Feuersee-Rennen aus und nimmt an mehreren Wanderfahrten teil. Der Versuch, dem Verein eine Motorrad-Abteilung anzugliedern, ist in der Jahreshauptversammlung 1956 gescheitert. Das Argument, die Zukunft gehöre dem Motorsport und inzwischen seien die meisten Mitglieder ohnehin motorisiert, vermochte die versammelten Radfreunde nicht zu überzeugen. Nach den Statuten des Spitzenverbandes wäre auch nur die Anbindung einer Moped-Abteilung zulässig gewesen.
In der zweiten Hälfte der 50er Jahre kämpft die Vereinsführung gegen rückläufige Mitgliederzahlen und die damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten. Mit Schrottsammlungen, Spenden sowie Eigenleistungen gelingt es dennoch, die notwendigen Sportgeräte zu beschaffen.
Die Rennsport-Abteilung des Vereins macht mit guten Ergebnissen auf sich aufmerksam. Sie gewinnt mit den starken Fahrern Werner Gehring, Wolfram Hägele, Gerhard Kress und Klaus May neben zahlreichen namhaften Rennen auch die Württembergische Meisterschaft im Straßen-Vierer.
Das Feuersee-Rennen kann der Mannheimer Rudi Altig für sich entscheiden.
Nach großen Erfolgen auf der Straße können sich die Vaihinger Fahrer auch auf der Bahn immer besser durchsetzen. 1958 dominiert Klaus May die Württembergischen Meisterschaften der Verfolger.
Mit Gerhard Kress, Horst Sperandio, Heinz und Klaus May verfügt der Verein über herausragende Einzelfahrer und eine schlagkräftige Mannschaft. Bei den Württembergischen Meisterschaften im Bahn-Vierer ist ihnen der Titel nicht zu nehmen. Mit Eifersammeln die Mitglieder des Vereins Alteisen, um der Mannschaft die Reise zu den Deutschen Meisterschaften in Berlin zu ermöglichen. Der Bahn-Vierer kann dort jedoch nur mit drei Fahrern starten und ist daher chancenlos, da Horst Sperandio an der DDR-Grenze wegen Republikflucht verhaftet und für ein Jahr inhaftiert wird.
Heinz May erringt die Bronzemedaille im Fliegerfahren (Sprint) und Gerhard Kress / Eugen Wondratsch setzen sich im Zweier-Mannschaftsfahren durch. Klaus May kann seinen Titel im Verfolgungsfahren erfolgreich verteidigen. Gerhard Kress gewinnt die Kreismeisterschaft auf der Straße. Das Feuersee-Rennen wird als Zweiermannschafts-Rennen ausgerichtet, bei dem Klaus May/Horst Sperandio vom RSV den zweiten Platz belegen.
Der RSV ist nach Abschluss des Sportjahres erfolgreichster Verein in Württemberg.
Klaus May kann neben der Titelverteidigung im Verfolgungsfahren auch die Württembergische Meisterschaft im Flieger- und Zeitfahren gewinnen. Die Radball-Abteilung behauptet sich in der Landesliga und wird mit Dieter und Herbert Lutz Kreismeister. Sie belegen auch den dritten Platz bei der Bezirksmeisterschaft.
Gerhard Kress, Heinz May, Klaus May und Horst Sperandio werden Württembergische
Vizemeister im Vierer-Vereinsmannschaftsfahren auf der Bahn.
Das Kunst- und Reigenfahren war schon in der zweiten Hälfte der 50er Jahre stark rückläufig und kommt nun nahezu zum Erliegen. Es ist dem Verein nicht gelungen, junge Menschen für diesen schönen Sport zu gewinnen, nachdem erfahrene Kräfte ihre aktive Laufbahn beendet hatten. Es war auch eine Erscheinung der Zeit, dass sich das Interesse der Bevölkerung in allen größeren Städten mit ihren vielfältigen Angeboten anderen kampfbetonten Sportarten zuwandte. Akrobatische Kunst auf dem Fahrrad war fortan eine Domäne der radsporttreibenden Vereine in kleineren Gemeinden.
Das Feuersee-Rennen gewinnt die Mannschaft Pit Glemser/Christian Fritzsche vom SSC Stuttgart.
Radsportfreunde aus nah und fern feiern in der Turn- und Festhalle Vaihingen das 60-jährige Bestehen des Vereins. Eine besondere Ehrung erfährt bei diesem Anlass Robert Häberle. Er erhält für seine langjährige Mitarbeit in Verein und Verband die silberne Ehrennadel des Württembergischen Radsportverbandes. Robert Hohnloser sowie Ernst und Otto Günther werden mit der Ehrennadel des BDR ausgezeichnet.
Teil der Jubiläumsveranstaltungen war auch die Ausrichtung der Württembergischen Radballmeisterschaften sowie eines hochrangig besetzten Querfeldein-Rennens. Der schwere Rundkurs beim Vaihinger Freibad wurde vom BDR als Vorbereitungsrennen für die Weltmeisterschaften gewertet. Mit dem Feld kommt auch der deutsche Straßenmeister Karl-Heinz Kunde ins Ziel. Dieter Lutz und Manfred Häberle werden Kreismeister der Landesliga im Radball. Vorläufig letztmals geht das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gewordene Kriterium "Rund um den Feuersee" über die Bühne. Durch den Einbau von Straßenbahngleisen in einem Teil des traditionsreichen Kurses beim Vaihinger Freibad ist die Strecke für den Sportbetrieb nicht mehr nutzbar.
Der drohende Verlust ihres "Feuersee-Rennens" lassen den umtriebigen Vorstand Richard Muff und seinen Technischen Leiter Gerhard Dieterle nicht ruhen. Schon längere Zeit gehen sie mit der Idee schwanger, anspruchsvollen Radsport auch im Winter anzubieten. Am 10. Dezember wird das Ergebnis ihrer monatelangen Planungen offenkundig. Beim Sportplatz Rosental wird mit Unterstützung von "Sinalco" ein hochrangig besetztes Querfeldeinrennen angeschossen. Mit diesem Rennen begründet der Verein nicht nur ein neues, sondern auch ein sehr erfolgreiches Kapitel seiner Sportgeschichte.
Auf einem geänderten Rundkurs wird das "Internationale Kriterium am Feuersee" ausgetragen. Horst Sperandio und Gerhard Kress vom RSV belegen den vierten und fünften Platz. Auch in den folgenden Jahren werden in Vaihingen wenn auch mit Unterbrechungen, auf verschiedenen Strecken und unter wechselnden Bezeichnungen interessante Straßenrennen angeboten, bis finanzielle Schranken zu einer längeren Auszeit zwingen.
Unter dem Transparent "Großer Sinalco-Preis" wird wieder ein internationales Querfeldeinrennen auf der 1,8 km langen Rundstrecke hinter dem Vaihinger Freibad ausgetragen. Die Sportlichen Leiter können 36 bekannte Rennfahrer aus Italien, Frankreich, Belgien und aus der BRD auf die Strecke bringen. Nahezu 4000 Zuschauer sehen den überlegenen Sieg des Kölner Ex-Weltmeisters Rolf Wolfshohl. Der amtierende Weltmeister Renato Longo aus Italien belegt den zweiten Platz.
Es war ein großer Gewinn für Vaihingen, sein Umfeld und den Radsport, dass die Verantwortlichen des Vereins den Getränkehersteller Sinalco als Großsponsor für die von ihm ausgerichteten Querfeldeinrennen gewinnen konnten. Damit war eine kontinuierliche Entwicklung dieser Rennserie auf Jahre hinaus sichergestellt. Vaihingen wurde in dieser Zeit zum alljährlichen bundesweit beachteten Treffpunkt der Rad-Asse aus ganz Europa.
Der SSC-Fahrer und spätere Olympiasieger Karl Link fährt vor annähernd 2000 begeisterten Zuschauern als Erster von 44 Gestarteten über den Zielstrich des Vaihinger Rad-Kriteriums. Beim dritten Großen "Sinalco-Preis" sind wieder die besten Querfeldein-Spezialisten aus Europa dem Ruf des RSV gefolgt. Der überlegene Sieger heißt Renato Longo (Ex-Weltmeister aus Italien). Die weiteren Plätze belegen René de Clercq (Belgien), Hermann Gretener (Schweiz) und der dreifache Weltmeister Rolf Wolfshohl aus Köln.
Auf einem neuen Streckenkurs veranstaltet der RSV am 21. Februar 1965 das bestbesetzte Querfeldeinrennen der Bundesrepublik Deutschland. Am Start wimmelt es von Weltmeistern, europäischen Spitzenfahrern und nationalen Titelträgern. Renato Longo, der eine Woche zuvor seinen vierten Weltmeistertitel errungen hatte, siegt auch in Vaihingen. Sein Kommentar: "Das war das schwerste Querfeldeinrennen, das ich je gefahren habe." Rolf Wolfshohl, der hinter dem Schweizer Hermann Gretener den dritten Platz belegt, schimpft am Ziel trotz strahlendem Sonnenschein über den verschneiten Kurs: "Das war eine Strecke für einen Skiläufer, aber nicht für einen Radrennfahrer."
Bei Regen und Tauwetter kann der 18-fache belgische Querfeldeinsieger Freddy Nys den "Großen Sinalco-Preis" des Jahres 1966 für sich entscheiden.
Am 5. Juni führt der RSV im Industriegebiet ein internationales Rad-Kriterium durch. Höhepunkt ist ein Zweier-Mannschaftsfahren über 72 km, das von Eugen Wondratsch (Stuttgarter SC) mit Partner Albert Fritz (Singen) gewonnen werden kann. Der RSV-Fahrer Sperandio stürzt in der zehnten Runde und muss mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die späteren Olympiasieger Jürgen Colombo und Hans Lutz beherrschen das Rennen der A-Jugend und belegen die Plätze eins und zwei in ihrer Klasse.
Der Franzose René Götz passiert im Partnerschaftsrennen der Amateure zwischen Straßburg und Stuttgart als Erster den Zielstrich auf der "Straße Am Feldrand" in Vaihingen vor seinem Landsmann Jean-Claude Noo. Bester Deutscher auf der schweren Strecke ist Jörg Frank aus Aalen.
Eine erstklassige internationale Besetzung weist das Querfeldeinrennen auf, das der RSV zum sechsten Male veranstaltet. Am Start hinter der Pestalozzischule sind die Nationalmannschaften von Belgien, der Schweiz, Holland, Frankreich, Österreich und der BRD. Das Rennen gilt als Generalprobe für die 14 Tage später stattfindende Weltmeisterschaft in Zürich. Der Belgier René de Clercq kann Ernst Boller aus der Schweiz auf den zweiten Platz verweisen. Karl Stähle aus Magstadt belegt einen guten dritten Platz.
Zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften in Luxemburg testet der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) seine Querfeldein-Fahrer beim "7. Großen Sinalco-Preis". Ausrichter ist wie bisher der RSV Vaihingen.
Der Verein ist erneut für die Organisation der Zielankunft im Amateurrennen Straßburg Stuttgart verantwortlich.
Mit starken Fahrern aus Belgien, Luxemburg, Holland, der Schweiz und aus der BRD wird der "Große Sinalco-Preis", das traditionelle Querfeldeinrennen in Vaihingen, hinter der Pestalozzischule ausgetragen, in dem sich letztlich Wolfgang Renner aus Magstadt als Sieger durchsetzen kann.
Die Deutschen Meister im Zweier-Mannschaftsfahren, Colombo und Müller (SSC), beherrschen das Vaihinger Österfeld-Radrennen, ein Kriterium über 54 km. Es gewinnt schließlich mit geringem Punktevorsprung Jürgen Colombo vor Siegfried Müller. Dritter wird Manfred Lederer (ebenfalls SSC). Horst Schwarz vom RSV gewinnt ein stark besetztes Anfängerrennen.
Mit dem Ende des finanziellen Engagements von Sinalco kommt es zu einer vorübergehenden Unterbrechung der von den Vereinsmitgliedern wie auch von einem großen Publikum geschätzten Querfeldein-Veranstaltungen in Stuttgart-Vaihingen.
Am 28. Mai wird im Kernbereich Vaihingens ein vielbeachtetes Rundstreckenrennen ausgetragen. Im Oktober werden die Fahrer des Straßenrennens Straßburg Stuttgart am Ziel vor dem Allianz-Stadion empfangen. Horst Schwarz wird in den erweiterten Jugendkader der Bahn-Nationalmannschaft aufgenommen.
Zusammen mit Edi Ludwig von der Stuttgardia Stuttgart gewinnt Horst Schwarz mehrere Rennen in der Juniorenklasse und die Bronzemedaille im 20 km Zweier-Mannschaftsfahren auf der Bahn.
Gerhard Dieterle wird nach über 20-jähriger Tätigkeit als Technischer Leiter und nahezu gleich langem erfolgreichem Wirken als Kampfrichter zum Vorstandsvorsitzenden des Vereins gewählt.
Bei einer Neuauflage des Vaihinger Traditionsrennens "Rund um den Feuersee" stehen unter anderem bekannte Namen wie Doppelweltmeister Hans Lutz, Heinz Betz, Bruno Hänle, Olympiasieger Jürgen Colombo, Günter Schabel und Wolfgang Renner auf der Starterliste. In dieser Reihenfolge werden von ihnen nach 75 km auch die Plätze eins bis sechs belegt. Weltmeister Günter Schumacher muss in der 40. Runde aufgeben. Auch Werner Betz ist nach einer Verletzung zur Aufgabe gezwungen. Horst Schwarz belegt in diesem erlesenen Feld einen noch respektablen 11. Platz.
Die Mitglieder des Vereins ernennen Richard Muff im Hinblick auf seine über zwei Jahrzehnte dauernde verdienstvolle Tätigkeit als Vorstand zum Ehrenvorsitzenden des RSV.
Markus Hess belegt im Trikot des RSV den dritten Platz bei der Deutschen Schülermeisterschaft im Zeitfahren über 16 km und legt damit den Grundstein für seine später sehr erfolgreiche Karriere als Radrennfahrer.
Die Weltmeister Hans Lutz (RSG Böblingen) und Günter Schumacher (VfR Büttgen) sind die überragenden Akteure beim Vaihinger Kriterium. Sie belegen den ersten und zweiten Platz, gefolgt von Karl Wörner (Öschelbronn). Der dritte Mann aus dem WM-Vierer, Peter Vonhof, musste nach einem Sturz das Rennen aufgeben. Horst Schwarz belegt den siebten Platz.
Im Saal der Allianz-Gaststätte feiert der Verein mit seinen Mitgliedern und Freunden das 75-jährige Bestehen. Für die Unterhaltung sorgen die "JOHEIKOS".
Der Böblinger Werner Betz ist erfolgreichster Punktesammler bei dem am 3. September ausgetragenen Prolog der Radamateure in Vaihingen, gefolgt von dem Franzosen Jean Van der Meer. Am Tag darauf wird das Fahrerfeld zur Fernfahrt Stuttgart Straßburg auf die Strecke geschickt.
Auf einem Rundkurs im Bereich der Pestalozzischule werden im Dezember die Württembergischen Querfeldeinmeisterschaften der Amateure und der B-Jugend sowie ein Qualifikationsrennen der Junioren ausgetragen. Lokalmatador Markus Hess kann sich auf der aufgeweichten Strecke die Bronzemedaille im Wettbewerb der B-Jugend erkämpfen. Mit diesem Rennen lebt die Tradition der Rad-Cross-Veranstaltungen in Vaihingen wieder auf. Das Rennen gilt als Strecken- und Organisationstest für eine außergewöhnliche Großveranstaltung im Folgejahr.
Die besonderen Erfahrungen des RSV in der Organisation herausragender Querfeldeinrennen sind auch den Spitzengremien des Radsports nicht verborgen geblieben.
Vom Weltverband des Radsports (UCI) und dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) erging der Auftrag an den Verein, die Junioren-Europameisterschaft 1978 im Querfeldein-Radfahren auszurichten. Vom 24. bis 26. Februar treffen sich die besten Nachwuchsfahrer aus ganz Europa auf einem hervorragend präparierten Rundkurs bei der Pestalozzi-Schule an der Krehlstraße. Am Start sind Cross-Fahrer aus zwölf Nationen, unter ihnen die Schützlinge von Bundestrainer Karl Link. Der Titelkampf wird auf dem regennassen und völlig aufgeweichten Boden zu einer Schlammschlacht ohnegleichen. Der 2,4 km lange Kurs muss von den jungen Fahrern, angefeuert von 3500 Zuschauern, siebenmal bewältigt werden. Am Schluss holt sich der Tschechoslowake Pavel Velek vor Lothar Kinas (Bramsche) und Jörgfried Schleicher (Siegburg) den begehrten Titel eines Junioren-Europameisters im Querfeldein. Der Präsident des Welt-Radsportverbandes, Adriano Rodoni, sowie die zahlreich vertretene Presse zollen der Organisation unter Gerhard Dieterle sowie dem Verein insgesamt als Ausrichter der Veranstaltung einmütig hohe Anerkennung und großes Lob für die perfekte Abwicklung.
Mit Reinhard Grauer stellt der Verein einen weiteren herausragenden, über viele Jahre erfolgreichen Fahrer. In seiner Spezialdisziplin hinter schweren Maschinen wird er in den Jahren von 1978 1983 mit verschiedenen Schrittmachern insgesamt fünfmal Württembergischer Meister der Steher-Amateure im RSV-Trikot. Seinen ersten Steher-Titel holte er sich schon 1973, damals allerdings noch für einen anderen Verein.
Horst Schwarz, von 1970 bis 1975 selbst aktiver Rennfahrer im Trikot des Vereins, kann als Jugend- und Juniorentrainer verpflichtet werden.
Von der Stadt Stuttgart werden am Bernhartsberg zwei Rundstrecken für radsportliche Aktivitäten angelegt. Die Streckeneinrichtung sollte später zu einem Zentrum der Radsport- und Trimm-dich-Bewegung ausgebaut werden. Dazu ist es allerdings nicht mehr gekommen.
Bei strahlender Sonne erleben 800 Zuschauer den Prolog zum Partnerschaftsrennen Stuttgart Straßburg, zu dem 120 Fahrer an den Start gehen. Joachim Fehrenbacher beendet das Rennen als Sieger. Die besten Vaihinger Amateure sind Gerhard Kress (18.) und Uli Seher (19.).
Markus Hess wird wieder Württembergischer Meister in verschiedenen Disziplinen.
Uli Mayer, das Multi-Nachwuchstalent des Vereins, beherrscht die Württembergischen Meisterschaften und holt alle drei zu vergebenden Meistertitel der B-Jugend, so im 500 m Zeitfahren, in der 2000 m Einer-Verfolgung auf der Bahn und auch im Straßenfahren. Bernhard Seher gewinnt in Freiburg den 8. Europacup der Senioren. Der Jugend-Vierer erringt die Bronzemedaille auf der Bahn und Silber auf der Straße bei den Württembergischen Meisterschaften. Andreas Baumbach erkämpft sich die Bronzemedaille bei den Württembergischen Cross-Meisterschaften (A-Jugend).
Erstmals in seiner Geschichte richtet der Verein sein traditionelles Kriterium in Echterdingen und damit außerhalb des Stadtbezirks Vaihingen aus. Strahlende Gewinner des Rennens sind die Deutschen Meister aus Böblingen, Bruno Hänle und Karl Wörner. Dritter wurde Bernd Schmid aus Wangen im Allgäu. Der Vaihinger Markus Hess kann sich in der Juniorenklasse als Sieger durchsetzen.
Das Rennen ist sowohl von der Echterdinger Bevölkerung als auch von der örtlichen Presse sehr positiv aufgenommen worden. Damit war der Weg frei für eine Veranstaltungsserie, die auch in den Folgejahren jeweils mehrere tausend Menschen in ihren Bann zog. Eng verbunden mit diesen hochkarätigen Rennen war der Name Dankmar Rhinow, dem es zusammen mit Gerhard Dieterle in Kooperation mit der "Württembergischen Versicherung" immer wieder gelang, das Radfest organisatorisch und finanziell abzusichern. Gerne erinnern sich auch die Vaihinger Rennfahrer an die Zeit von 1979 bis 1985, als sie sich montags in der Massagepraxis von Dankmar Rhinow die vom Wochenendeinsatz geschundenen Muskeln lockern ließen und die Rennen nochmals analysieren konnten.
Am Bernhartsberg wird am 30. August im Auftrag des BDR ein Auswahlrennen zur Einstufung in den C-Kader der Jugend organisiert.
Die Vereinsführung bemüht sich seit längerer Zeit um den weiteren Ausbau der Radsportanlage am Bernhartsberg und um ein eigenes Vereinsheim. Bis zum Abschluss der Planungen und der Fertigstellung des Sportheims wird dem Verein von der Stadtverwaltung eine Bauhütte am Fuße des Bernhartsberges zur vorläufigen Nutzung überlassen. Gesellige Zusammenkünfte zwingen dort zwar zu engem Kontakt, aber nicht zur Abstinenz.
Der RSV tritt wieder der Stuttgarter Renngemeinschaft (SRG) bei und schafft damit die Voraussetzungen, den Bahnradsport auf der Stuttgarter Radrennbahn mitgestalten zu können.
"Das Jahr 1981 ist für den RSV das erfolgreichste und für den engagierten Trainer Horst Schwarz das ereignisreichste in der bisherigen Vereinsgeschichte" berichtet der Vorstandsvorsitzende Gerhard Dieterle in der Jahreshauptversammlung. Nicht weniger als 17 Titel und Medaillenplätze bei Deutschen- und Württembergischen Meisterschaften sind nach Vaihingen geholt worden. Die Ergebnisliste beeindruckt auch noch in heutiger Zeit.
Deutschen Meisterschaften:
Uli Mayer, Oliver Rhinow, Markus Hess und Andreas Baumbach
- 3. Platz Junioren-Straßenvierer
- Vizemeister im 3000 m Zeitfahren (Bahn) und Bronzemedaille im 50 km Zeitfahren (Straße) der Vierer
Württembergische Meisterschaften:
Meistertitel:
Reinhard Grauer, Steher Amateure
Markus Hess, Punktefahren und Sprint der Junioren
Uli Mayer, 1000 m und 3000 m Zeitfahren der Junioren
Andreas Baumbach, Querfeldein der Jugend
Hess Mayer Rhinow Baumbach, Bahnvierer der Junioren
Hess Rhinow Baumbach Vitzthum, Straßenvierer der Junioren
Vizemeister:
Hess Mayer, Zweier-Mannschaftsfahren der Junioren
Andreas Baumbach, 1000 m Zeitfahren der Jugend
Paola Latini, Straßenfahren der Mädchen
Bronzemedaillen:
Markus Hess, 1000 m Zeitfahren der Junioren
Andreas Baumbach, Sprint der Jugend
Uli Mayer, Punktefahren der Junioren
Andreas Baumbach, Zweier-Mannschaftsfahren der Jugend (Bahn)
Die herausragenden Erfolge bei den Deutschen- und Württembergischen Meisterschaften belegen: Der RSV ist wieder erfolgreichster baden-württembergischer Radsportverein in der Jugendarbeit.
Bei den Württembergischen Meisterschaften der Junioren in Bodelshausen kann die Vierer-Vereinsmannschaft mit Oliver Rhinow, Michael Vitzthum, Andreas Kriese und Dietmar Weinmann den begehrten Titel erringen. Durch den Weggang der bisher so erfolgreichen Fahrer Uli Mayer zur LG Stuttgart und Markus Hess zur RSG Heilbronn schlug die Stunde der Jungen. Andreas Kriese und Dietmar Weinmann fügen sich gut in die Mannschaft ein und können ihren ersten großen Sieg einfahren.
Ermutigt durch das große Publikumsinteresse im Jahr 1980 führt der Verein wieder ein Radrennen im Ortskern von Echterdingen durch. Am Start vor dem Rathaus sind wieder viele Titelträger im Fahrerfeld. Der RSV-Fahrer Uli Seher belegt hinter Uli Weiß vom Stuttgarter SC und vor dem Böblinger Bruno Hänle einen hervorragenden zweiten Platz. Bei den Junioren erringt Andreas Kriese den dritten Rang und bei der Jugend fährt Alexander Hacker auf den fünften Platz. Der Stuttgarter Bürgermeister Rolf Thieringer kann am 5. September dem Sieger des Partnerschaftsrennens Straßburg Stuttgart, Jean Marie Landherr (Frankreich), am Bernhartsberg den Pokal überreichen. Zweiter wird sein Landsmann Michael Boeppler. Der Gundelfinger Bernhard Baldinger belegt in dem von vielen Experten als schwer eingestuften Rennen den dritten Platz.
Nach langer Pause richtet der RSV wieder ein internationales Querfeldeinrennen in der Nähe der Bernhartshöhe aus. Es gewinnt Rigobert Matt aus Murg-Niederhof, gefolgt von den Schweizern D'Arsie und Häuselmann. Der heutige Landestrainer Wolfgang Ruser (Magstadt) wird Vierter. Ursprünglich vielversprechende Bemühungen, am Bernhartsberg ein Leistungszentrum für Straßen-, Querfeldein- und Hallenradsport zu etablieren, scheitern am Einspruch der Forstverwaltung.
Das Junioren-Tandem Dietmar Weinmann und Alexander Hacker holen sich in einem der letzten Rennen auf der alten Stuttgarter Radrennbahn den Titel bei der Württembergischen Meisterschaft und reihen sich damit in die lange Liste der erfolgreichen RSV-Fahrer ein. Reinhard Grauer gewinnt hinter Schrittmacher Erwin Graf seinen sechsten Württembergischen Steher-Titel und beendet wenige Wochen später nach massiven und zum Teil auch gefährlichen Behinderungen auf der Radrennbahn in Cannstatt seine bis dahin so erfolgreiche sportliche Steher-Karriere. Dietmar Weinmann kann bei den Württembergischen Meisterschaften der Junioren die Bronzemedaille im Punktefahren erringen. Bei der Württembergischen Bergmeisterschaft der Amateure belegt Jürgen Häberle den dritten Platz.
Höhepunkte des Radsportsommers sind die Ausrichtung eines weiteren Radrennens in Echterdingen, des hochrangig besetzten Finalrennens um den LBS-Cup sowie ein Einzelzeitfahren am Bernhartsberg als Prolog zum Partnerschaftsrennen Stuttgart Straßburg.
Die Einweihung der Hanns-Martin-Schleyer-Halle ist auch für die Radsportler des Vereins ein großer Tag und der Beginn einer neuen Ära des Bahnradsports.
Nach intensiven und langwierigen Verhandlungen zeichnen sich erste Erfolge der Bemühungen um ein geeignetes Grundstück zum Bau eines Vereinsheims ab. Hartnäckiger Streiter für die Belange des Vereins ist der damalige Vorsitzende Gerhard Dieterle. Ihm gelingt es auch, das Holzhaus, das neben der vor dem Abriss stehenden alten Stuttgarter Radrennbahn auf dem Cannstatter Wasen stand, für die Zwecke des Vereins zu sichern.
Mit der Gründung einer Touristik-Abteilung trägt die Vereinsführung dem boomartigen Aufstieg des Fahrrades als Sportgerät für Hobbyfahrer Rechnung. Schon seit längerer Zeit haben die Ursachen dieser Entwicklung, ein vermehrtes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung sowie erfolgreiche bundesdeutsche Radsportathleten, einen Trend ausgelöst, der das Interesse der Freizeitradler an den Angeboten des Vereins geweckt und auch zu einem deutlichen Anstieg der Mitgliederzahlen geführt hat.
Am 14. Januar veranstaltet der Vaihinger Radsportverein auf einem von Sturmböen und Dauerregen aufgeweichten Rundkurs um die Echterdinger Spielwiese (am Waldheim) die Württembergische Querfeldeinmeisterschaft der Jugend, Junioren und Amateure. Der Titelverteidiger Wolfgang Ruser aus Magstadt ist wegen eines Einsatzes bei der Nationalmannschaft in Berlin nicht am Start. Der Magstadter Amateur Andi Kollroß kann die Meisterschärpe in Empfang nehmen.
Bereits am 2. Juni richtet der RSV die Baden-Württembergischen Titelkämpfe der Damen aus. Auf dem schwierigen und kraftraubenden Rundkurs am Bernhartsberg kann sich die Lokalmatadorin Paola Latini die Württembergische Vizemeisterschaft der Mädchen im Einer-Straßenfahren erkämpfen. Alexander Hacker wird bei den Württembergischen Straßenmeisterschaften im gleichen Jahr Dritter in der Junioren-Klasse.
Schon seit Jahren fährt er vor allem bei Bahnrennen in der Spitze mit und verteidigt zusammen mit A. Ritzler von Stuttgardia Stuttgart seinen im vergangenen Jahr errungenen Württembergischen Tandem-Titel erfolgreich.
Im Frühjahr beginnt der Aufbau des Vereinsheims auf einem Grundstück im Gewerbegebiet "Obere Waldplätze" in der Nähe des Bernhartsberges. Bezirksvorsteher Walter Mezger brachte es auf den Punkt, als er das gelungene Werk bei dessen Einweihung im September 1984 als "die Krönung der 83-jährigen Geschichte des Radsportvereins Vaihingen" bezeichnete. Das Gebäude, das noch vor wenigen Monaten als Büro und Umkleideraum an der Radrennbahn gedient hatte, war das erste Vereinsheim eines Radsportvereins in Stuttgart. Mit Fug und Recht waren die Mitglieder stolz auf ihre Leistung. Sie hatten unter der Regie von Gerhard Dieterle in über 3000 freiwilligen Arbeitsstunden aus der alten Baracke ein schmuckes Heim gemacht, das auch heute noch Ausgangspunkt und Ziel nahezu aller Trainingsfahrten sowie geselliger Mittelpunkt des Vereinslebens ist. Unvergessen bleiben Theresia (Resle) und Erich Kohl, die das Vereinsheim von Anfang an bis 1993 bewirtschafteten und in dieser Zeit auch "die Seele des Vereins" verkörperten.
Aus Anlass der 800-Jahr-Feier der Stadt Echterdingen stellt der Verein dort ein Radkriterium mit Starbesetzung auf die Beine. Mit Gregor Braun, Olympia-Sieger 1976, Klaus Peter Thaler, amtierender Profiweltmeister im Querfeldein, Rolf Gölz, Silbermedaillengewinner von Los Angeles und Deutscher Meister der Profis, Werner Betz, Europameister der Steher, Horst Schütz, Weltmeister in der gleichen Disziplin, Henry Rinklin, WM-Bronzemedaille im Punktefahren und anderen Radstars ist ein erlesenes Feld am Start. Bei den Profis, die zur Freude der zahlreichen Zuschauer hinter Derny-Maschinen herjagen, gewinnt Gregor Braun vor Heinz Betz und Horst Schütz. Im Rennen der Amateure setzt sich Markus Hess durch, der zu dieser Zeit für den Heilbronner Verein fährt. Der Vaihinger Michael Vitzthum belegt einen guten 14. Platz unter 60 Startern.
Paola Latini ist das erste Mädchen in der langen Rennsportgeschichte des Vereins, die einen Württembergischen Meistertitel nach Vaihingen holen kann. Sie gewinnt die Winterbahnmeisterschaft in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle.
Ein Rennen um den LBS-Cup sowie ein Rundstreckenrennen für Jugendfahrer und Junioren, Rennen für Amateure und verschiedene weitere Wettkämpfe sind Programmpunkte einer Sportwoche rund um den Bernhartsberg.
Rund 40 Mitglieder des Vereins sind bei der Juniorenweltmeisterschaft in Stuttgart im Einsatz.
Ein weiteres Mal ist einem Volksradfahren nur ein bescheidener Erfolg beschieden. Seit Anfang der siebziger Jahre bemühten sich die jeweiligen Vereinsführungen mit vielerlei Aktionen, das Fahrrad einer inzwischen motorisierten Gesellschaft als Freizeit-Sportgerät näher zu bringen. So wurden nahezu in jedem Jahr teilweise mehrfach Wanderfahrten, EURAUDAX-Veranstaltungen, Volksradfahrten, Tage des Radfahrens, Ferien-Fahrrad-Tage, Geschicklichkeits-, Orientierungs- und Bildersuchfahrten sowie andere betreute Unternehmungen angeboten. Die Resonanz konnte aber zumeist niemand zufrieden stellen, der am nicht unbeträchtlichen organisatorischen Aufwand beteiligt war. Inzwischen werden von der Touristik-Abteilung des Vereins alljährlich geführte Familienausfahrten für Jedermann ausgeschrieben, die bisher zwar auch keine Massenbewegungen darstellen, aber mit vertretbarem Aufwand abgewickelt werden können.
Der Verein leistet mit seinen bewährten Kräften Maßarbeit bei der Absicherung der Tour de France-Etappe in Stuttgart.
Erstmals wird unter Beteiligung des Vereins der mit vielen deutschen und internationalen Radstars besetzte "Schwabenbräu-Cup" ausgetragen.
Rund 200 Radrennfahrer aus Frankreich und Deutschland beteiligen sich am internationalen Partnerschaftsrennen von Straßburg nach Stuttgart, die von Helfern des RSV am Zielstrich vor der Österfeldschule in Empfang genommen werden.
Bei den Württembergischen Bahnmeisterschaften belegt Carmen Jung im Sprint den zweiten Platz hinter der Kornwestheimerin Sandra Föhl. Manfred Hellriegel kann die Bronzemedaille sowohl im Sprint als auch im Zweier-Mannschaftsfahren der Junioren gewinnen.
Von 1988 bis 1993 unterstützt der RSV die Radtouristik "Leibstadt Stuttgart", eine Radfernfahrt über 230 km, die zwar selten von der Sonne verwöhnt war, aber langlebige Freundschaften mit den Schweizer Radsportlern aus Leibstadt begründet hat. Eingefädelt wurde das Radspektakel noch von dem heutigen Leiter des Olympiastützpunktes Stuttgart, Karl Link, der seine guten Beziehungen zu den Schweizer Organisatoren nutzen konnte.
Von einem Erlebnis besonderer Art sind die Rennfahrer Manfred Hellriegel und Frank Jahn betroffen. Während einer Trainingsfahrt werden zwei Schüsse, vermutlich aus einem Luftgewehr, auf sie abgegeben. Eine Kugel zischt am Kopf von Manfred Hellriegel vorbei. Der zweite Schuss verletzt Frank Jahn, der gerade dabei ist, einen Reifendefekt zu beheben, an der Hand. Der Übeltäter konnte unerkannt entkommen.
Gerhard Dieterle stellt sich nach 15-jähriger Amtszeit nicht mehr für das Amt des Ersten Vorsitzenden zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wird Arnold Jahn gewählt.
Nach dem zweiten Platz im Vorjahr gewinnen Reinhard Grauer und Horst Schwarz den Europacup im Straßen-Tandem. Aus "Jux" haben die beiden Oldies mehrere Jahre nach ihren Einzelkarrieren mit dem Tandemfahren begonnen und sich nun gegen die jüngere Konkurrenz und das bessere Material durchgesetzt. Am Ende der 37 km langen Fahrt trennen sie gerade mal fünf Sekunden von den zweitplatzierten Summermatter/Mosimann aus der Schweiz.
Von vielen zunächst unbemerkt, ist im Verein ein weiteres Talent im Bahnradsport herangereift. Der Juniorenfahrer Manfred Hellriegel konnte sich nach der Bronzemedaille im Sprint und im Zweier-Mannschaftsfahren 1988 nun den Württembergischen Meistertitel in der 3000m Einer-Verfolgung wie auch im Zweier-Mannschaftsfahren sichern.
Im Punktefahren der Amateure holt sich Frank Jahn die Silbermedaille.
An einem launigen Abend wird im Vereinsheim die Idee einer mehrtägigen Ausfahrt der Touristiker über Himmelfahrt geboren. Erstes Ziel ist der Pichlerhof bei Montan in Südtirol. Unter der ortskundigen Leitung von Günter Guth erleben die Touris sowie einige begleitende Damen unvergessliche Tage. Die Himmelfahrtsausfahrten in verschiedene landschaftlich reizvolle Gebiete sind seither ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender des Vereins.
Auf dem unteren Teil des Vaihinger Marktes ist am 3. Juni eine große Zahl engagierter Vereinsmitglieder im Einsatz, um der von dem damaligen Zweiten Vorsitzenden Günther Fischer organisierten "Vaihinger Fahrrad-Börse" zu einem guten Start zu verhelfen. In einer Zeit rückläufiger Zuschüsse bei steigenden Aufwendungen für den Sportbetrieb war der Verein gezwungen, neue Wege zu gehen, um die notwendigen Gelder zu beschaffen. Die Veranstaltung wurde mit einem noch bescheidenen aber dennoch voll zufriedenstellenden Erfolg abgeschlossen. Wichtig war aber die Erkenntnis, dass in Vaihingen ein Bedarf für einen solchen Gebrauchträdermarkt gegeben war. In den folgenden Jahren hat die Fahrrad-Börse ständig an Bedeutung gewonnen. Schon bald kamen auch andere Vereine, Organisationen und Aussteller dazu, um ihre Angebote zu präsentieren.
Aufgrund seiner überragenden Verdienste für den Verein und den Radsport in der Region wird Gerhard Dieterle in der Jahreshauptversammlung unter großem Beifall zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Frank Jahn wird mit seinem Schrittmacher Horst Schwarz Zweiter bei der Württembergischen Derny-Meisterschaft und der RSV-Jugendfahrer Marc Keller gewinnt die Bronzemedaille im 500 m Zeitfahren auf der Bahn.
Erneut ist der Verein an der Ausrichtung des "Schwabenbräu-Cup" beteiligt.
Stuttgart ist Schauplatz der Radweltmeisterschaft. Der frühere Vorstand des RSV, Gerhard Dieterle, ist schon früh in das Organisationsteam berufen worden und kann dort seine reichen Erfahrungen in die Planungen wie auch in die Veranstaltung selbst einbringen.
Dem erfolgsgewohnten Trainer Horst Schwarz gelingt es, aus den vier jungen und bis dahin noch wenig in Erscheinung getretenen Rennfahrern Florian Mayer-Aichen, Michael Esslinger, Thomas Gebhardt und Marc Keller eine homogene und sehr ehrgeizige Mannschaft zu formen. Sie gewinnen in Frohnstetten überraschend die Württembergische Meisterschaft im Straßen-Vierer der Junioren.
In der Turn- und Versammlungshalle an der Katzenbachstraße feiert der Verein am 23. November sein 90-jähriges Bestehen. Ehrengäste aus Politik und Sport sowie der überwiegende Teil der Mitglieder sehen ein unterhaltsames Programm. Unbestrittener Höhepunkt des Abends ist der Auftritt der Weltmeisterin im Kunstradfahren, Iris Kurz, die eine atemberaubende Vorstellung ihres Könnens zeigt.
Im Rahmen des Robert-Bosch-Sportfestes organisiert die Touristik-Abteilung eine Radausfahrt über 65 und 136 km auf die Schwäbische Alb.
Die Bewirtung am Bärenschlößle wie auch die Zielankunft der Radfernfahrt Leibstadt Stuttgart ist erneut total verregnet. Der erhoffte finanzielle Gewinn fällt daher bescheiden aus.
Eine im Zusammenwirken mit der DAK ausgeschriebene Radausfahrt stößt nur auf geringe Resonanz.
Christoph Walz, aufstrebender Jungunternehmer im Fahrradhandel aus Stuttgart-Möhringen, startet in den Jahren von 1995 bis 1999 bei zahlreichen nationalen und internationalen Veranstaltungen im Downhill-Sport, darunter bei der Downhill-Weltmeisterschaft 1996, bei Weltcup-Rennen und bei europäischen- und nationalen Titelkämpfen. Trotz eingeschränkter Trainingsmöglichkeiten erreichte er in dieser nur einer ganz waghalsigen Spezies von Rennfahrern vorbehaltenen Disziplin beachtliche Erfolge.
Zur Unterstützung des Vorstandes werden Fachgruppen für die Bereiche Rennsport, Touristik, Vereinsheim und Öffentlichkeitsarbeit eingerichtet. Außerdem werden Strukturen geschaffen, die es erlauben, Sonderaufgaben, wie etwa die Organisation von Festen, der Vaihinger Fahrrad-Börse, die Planung des Vereinsjubiläums sowie andere definierte oder vorübergehende Arbeiten auf für den Einzelbereich ausgewählte Personen oder Teams zu übertragen. Mit diesen Organisationsformen haben moderne Führungselemente in unseren Verein Einzug gehalten, die sich nach den bisher gemachten Erfahrungen im Wesentlichen auch bewährt haben.
Aus der Touristik-Abteilung formieren sich einige Damen zur sogenannten "Cappuccino-Gruppe".
Die bisher nicht radelnden Ehefrauen der RSV-Pedaleure und andere sportliche Frauen haben Lust aufs Fahrrad bekommen. Unter der Leitung von Peter Schäme genießen sie die 20 40 km langen Ausfahrten. Mittlerweile hat auch Günter Guth zeitweilig Führungsaufgaben übernommen und die Damen unternehmen beachtliche Tagestouren bis zu 100 km. Die noch immer aktive Gruppe sucht noch Verstärkung auch durch Männer.
Für den aus persönlichen Gründen zurückgetretenen Arnold Jahn wird Horst Günther zum neuen Ersten Vorsitzenden des Vorstandes gewählt.
Nach Abschluss der Radfernfahrten Leibstadt Stuttgart vor einigen Jahren kreisen die Gespräche in der Touristikabteilung immer häufiger um eine größere Ausfahrt. Der damalige Fachgruppenleiter Herbert Schulze und sein ständiger Begleiter auf dem Rad, Horst Günther, scheinen nur auf einen Anstoß gewartet zu haben. In kürzester Zeit hatten sie eine mehrtägige Fahrt an den Bodensee zusammengestellt, die von allen Teilnehmern sehr gut aufgenommen wurde. Seither werden in jedem Jahr auch von Tina Schäme und Michael Werner anspruchsvolle Drei-Etappen-Fahrten für sportliche Fahrer organisiert.
Eine weitere Premiere ist die Beteiligung des Vereins am AOK-Rad-Treff. Durch die noch immer bestehende Kooperation mit der Gesundheitskasse soll versucht werden, die Mitglieder der AOK einem Sport näher zu bringen, der wie kein anderer geeignet ist, die Gesundheit der Menschen nachhaltig zu fördern.
Mit dem Einbau eines Kinderspielplatzes, der Änderung des Zugangsbereichs und des später erstellten überdachten Sitzplatzes durch die Mitglieder der Fachgruppe Vereinsheim erhalten die Außenanlagen unter der Regie von Hans-Dieter Opferkuch ihr heutiges ansprechendes Erscheinungsbild.
Erstmals ist der RSV mit einem Verkaufsstand auf dem Vaihinger Weihnachtsmarkt vertreten. Zusammen mit der Initiatorin Renate Struch-Wiedemann sowie ihrem Ehemann Detlef Wiedemann, der den Stand konstruierte, hatten über 40 geschickte Frauen und Männer in vielen gemeinsamen und auch häuslichen Stunden ebenso nützliche wie originelle Weihnachtsartikel sowie Marmelade und Backwaren produziert, die mit einem erfreulich guten Erlös abgesetzt werden konnten. Inzwischen fällt der Stand nicht zuletzt auch durch die stimmungsvolle Dekoration von Uschi Fischer auf und zieht alljährlich eine wachsende Zahl von Stammkunden an.
Die sportlichen Unternehmungen des RSV finden auch bei den Angehörigen der US-Army immer größeren Anklang. Von 33 neu in den Verein eingetretenen Mitgliedern gehören 15 diesem Personenkreis an.
Nach behutsamer Aufbauarbeit durch die Trainer und Jugendbetreuer Horst Schwarz, Detlef Wiedemann sowie Daniel Fuchs sind wieder zwei Juwelen im Vaihinger Radsportverein herangereift. Thorsten Struch zeigt seine herausragenden Qualitäten insbesondere beim Rad-Cross, Hans Herrmann glänzt dagegen eher auf der Bahn. Bei der Baden-Württembergischen Jugendmeisterschaft im Rad-Cross kann sich Thorsten Struch erstmals die Meisterschleife um die Schulter legen. Christoph Walz glänzt noch einmal mit einem dritten Platz in Waldbreitbach im Downhill.
Aus privaten und beruflichen Gründen beendet Horst Schwarz seine langjährige erfolgreiche Tätigkeit als Trainer der Rennfahrer. Er steht dem Verein aber weiterhin als Leiter der Fachgruppe Rennsport und in den Wintermonaten für schweißtreibendes Hallentraining zur Verfügung.
Höhepunkte des Sportjahres sind die großartigen Erfolge der jungen Fahrer Hans Herrmann und Thorsten Struch bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften. Mit dem Bahn-Vierer des Württembergischen Radsportverbandes über 3000 m bringt Hans Herrmann den ersten Titel eines Deutschen Meisters nach Vaihingen. Thorsten Struch erreicht mit der zweiten Mannschaft des Verbandes noch einen hervorragenden dritten Platz. Im Rad-Cross kann Thorsten Struch seinen Württembergischen Meistertitel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen.
Neidvoll haben die weniger strapazierfähigen Frauen und Männer der Touristik-Abteilung bisher ihre besser trainierten Radfreunde beobachtet, wenn sie zu ihren Drei-Etappen-Fahrten aufgebrochen sind. Gerne wurde daher das Angebot der Leitwölfe Herbert Schulze und Horst Günther einer abgemilderten Zwei-Etappen-Ausfahrt nach Erzgrube im Schwarzwald angenommen. Der Erfolg gab ihnen recht und so war es keine Frage, dass ein solches Vorhaben auch künftig den Terminkalender des Vereins bereichern muss.
In einer spontan angesetzten Feier bereiten zahlreiche Mitglieder des Vereins dem frischgebackenen Deutschen Jugend-Meister im Rad-Cross, Thorsten Struch, einen begeisterten Empfang. Neben den Trainern Detlef Wiedemann und Daniel Fuchs war eine kleine Gruppe, unter ihnen der Erste Vorsitzende Horst Günther, nach Frankfurt gereist, um den überlegenen Sieg von Thorsten vor Ort mitzuerleben. Durch diesen Erfolg wird Thorsten Struch in die Cross-Nationalmannschaft der Junioren aufgenommen.
Im Bahn-Vierer zeigen Hans Herrmann und Thorsten Struch erneut ihre Stärke. Sie gewinnen bei der Deutschen Meisterschaft der Jugend die Silbermedaille. Bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften gehen mit Sven Haag in der 2000-m-Einerverfolgung, Hans Herrmann im Sprint und Sven Haag, Hans Herrmann sowie Thorsten Struch im Olympischen Sprint drei weitere Meistertitel nach Vaihingen. Der Senkrechtstarter des RSV, Sven Haag, wird nach einem BDR-Bahn-Sichtungsrennen im Herbst in die Junioren-Bahn-Nationalmannschaft aufgenommen.
Neue Entwicklungen zeichnen sich nun auch in der Touristik-Abteilung ab. Während der 1999 gewählte Leiter der Fachgruppe, Michael Werner, in der Hauptsache die wöchentlichen Ausfahrten am Dienstag, Donnerstag und Samstag koordiniert, führt die Stellvertretende Leiterin dieser Abteilung, Martina Schäme, im Wechsel mit Angelika Rausch eine wachsende Zahl radsportbegeisterter Frauen durch die Region. Je nach Jahreszeit und Streckenführung kommen die Radlerinnen 50 bis 70 km weit und erregen dabei nicht selten besondere Aufmerksamkeit in Stuttgarts Umgebung. Der Mittwoch hat sich zum Tag der "Dinos" entwickelt. Losgelöst von beruflichen Zwängen besteigt eine beachtliche Zahl von genussfreudigen Ruheständlern schon am Vormittag die Räder um in moderatem Tempo die reizvollsten Gebiete unseres Landes zu erkunden. Herbert Schulze beweist dabei immer wieder aufs Neue, dass er nicht nur ein exzellenter Kenner aller erreichbaren Straßen und Schotterstrecken ist, sondern auch die gehobene Gastronomie in weitem Umkreis bestens kennt.
"Wir sind drin" meldet unser EDV-Experte Uwe Schmucker nicht ohne berechtigten Stolz und meint damit den Internet-Auftritt des Vereins. Unter www.rsv-vaihingen.de können seither gut präsentierte Informationen über und um den Verein weltweit aus dem Internet abgerufen werden.
Zum Ende des Jahres zählt der Verein 192 Mitglieder. Der Anteil der Frauen hat in den 90er Jahren stark zugenommen und liegt nun mit 52 gegenüber 140 Männern bei über 27 Prozent des Gesamtbestandes.
Der Wirbelwind im RSV-Trikot, Thorsten Struch, gewinnt bei den Deutschen Meisterschaften im Rad-Cross am 14. Januar im saarländischen Wadern überlegen das Rennen in der Junioren-Klasse und wird nach seinem Sieg im Vorjahr, damals noch als Jugendfahrer, erneut Deutscher Meister. Bezirksvorsteher Herbert Burkhardt und eine große Fan-Gemeinde von Mitgliedern bereiten ihm im Vereinsheim einen herzlichen Empfang.
Nur wenige Tage später startet Thorsten Struch am 4. Februar mit der Junioren-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Rad-Cross in Tabor (Tschechien). Mit der hohen Startnummer 57 muss er im hinteren Teil des Feldes das Rennen aufnehmen und hat damit nur geringe Siegchancen. Regen und Schneematsch können Thorsten aber nicht hindern, sich im Verlaufe des Wettbewerbs kontinuierlich nach vorne zu arbeiten. Schließlich beendet er das Rennen auf einem hervorragenden 11. Platz von rund 70 gestarteten Fahrern. Mit diesem Ergebnis war Thorsten Struch der zweitschnellste Fahrer des jüngsten Junioren-Jahrgangs hinter dem Franzosen Romain Fondard, der auf Platz 4 kam. Bundestrainer Peter Weibel und die Vereinsführung sehen nicht zuletzt wegen dieser erfreulichen Ergebnisse mit großen Hoffnungen in die Zukunft.
Der Verein feiert im Jahr 2001 den 100. Jahrestag seines Bestehens. Ganz unter dem Zeichen dieses geschichtlichen Ereignisses stehen eine Reihe von zusätzlichen Veranstaltungen, mit denen er sich bei seinen Mitgliedern für ihre Unterstützung bedankt und zum Teil auch der Öffentlichkeit präsentiert:
Am 12.03.2001 der Festakt "100 Jahre Radsportverein Stuttgart-Vaihingen" im Ludwig-Uhland-Saal, Stuttgart-Vaihingen
Vom 24.05.2001 bis zum 26.05.2001 die Partnerschafts-Radfernfahrt Melun/Frankreich Stuttgart mit dem Empfang der Radler aus der Partnerstadt in Stuttgart-Vaihingen am 26.05.2001
Ebenfalls am 26.05.2001der Radmarathon "Schwobaland-extrem" über 230 Kilometer und 3250 Höhenmeter in den nördlichen Schwarzwald.
Vom 14.06.2001 bis zum 17.06.2001 die Vier-Etappenfahrt der Touristiker mit Mountainbikes im romantischen Kocher- und Jagsttal.
Am 23.09.2001 die Schlussetappe im "Erdgas-Schüler-Cup", ein Radrennen für Nachwuchsfahrer, im Vaihinger Industriegebiet.
Am 13.10.2001 die Jubiläumsfeier der Mitglieder und Freunde des Vereins im Saal der Vereinsgaststätte des TSV Georgii-Allianz, Stuttgart-Vaihingen
Es wäre ein hoffnungsloses Unterfangen, das Leben eines Hundertjährigen in allen Details zu beschreiben. Unter dem gleichen Aspekt muss auch diese Chronik des Radsportvereins Stuttgart-Vaihingen e.V." unvollständig bleiben. So können schon aus räumlichen Gründen unvergessliche Feste, Feiern und unzählige Aktivitäten nicht in die Beschreibung eingehen, obwohl gerade sie Zeugnisse eines intakten Gemeinschaftslebens in unserem Verein sind. Mag das Jubiläum dazu beitragen, den Gemeinschaftsgedanken, der den Verein nun 100 Jahre durch die zum Teil dramatischen Episoden unserer Geschichte getragen hat, zu seinem Nutzen und zum Wohle des Radsports auch in der Zukunft lebendig zu erhalten.